Früher mussten Hifi-Geräte noch eine bestimmte Größe aufweisen, da ihre Gehäuse tatsächlich mit elektronischen und mechanischen Baugruppen gut gefüllt waren. Heute können Hifi-Geräte deutlich kleiner aufgebaut werden, weil zum Beispiel die Verstärker viel effizienter arbeiten, somit weniger Abwärme produzieren und somit wiederum kleinere bis gar keine Kühlkörper benötigt werden. Die alten Netzteile werden nach und nach durch sogenannte Schaltnetzteile ersetzt, die keine riesigen Transformatoren mehr erfordern. Das setzt sich im Inneren fort: Durch die Integration von elektronischen Bauteilen und Funktionen werden ganze Platinen in nur wenigen Chips (ICs, LSIs, DSPs etc.) vereint, ohne dadurch den Bedienumfang oder gar den Komfort auch nur ansatzweise zu beschränken.
Die Aufzählung ließe sich noch eine Weile fortsetzen, was aber dann langweilig würde. Und deswegen können wir zu einem groben Überblick auf das Programm des FLSV in diesem Segment überschwenken, das nur aufgrund seiner physikalischen Präsenz ein eigenes Kapitel im Portfolio bekommen hat.

Hier war es wieder einmal vor vielen Jahren die Firma Pro-Ject Audio, die die Lawine mit ihrer Box Design-Linie losgetreten hat. Geräte in der Größe von etwa zwei hintereinander gelegten Zigarettenschachteln* für je einzelne Funktionen in einem schmucken wie stabilen Gehäuse machten den Anfang. Es gab und gibt hier Phono-Vorverstärker, Vollverstärker oder Vor- und Endstufe, diese in stereo oder in mono, Streamer, DAC, Tuner, Kopfhörer-Verstärker und einige andere mehr in dieser Größe. Nur der CD-Player CD Box S2 aus leicht nachvollziehbaren Gründen und der große Vollverstärker MaiA S2 sind gleich doppelt so breit, bilden aber derzeit mein Lieblings-Ensemble, weil hier außer der Netzanbindung quasi alle Ausstattungsoptionen inklusive USB-DAC und Bluetooth geboten werden; sogar ein Plattenspieler findet Anschluss! Aber das Gerät, das MM gleich auf zweien seiner drei Arbeitstische zur allgegenwärtigen Befriedung seiner akustischen Genusssucht selbst verwendet, ist Preisklassen-unabhängig der Oberknaller, nämlich die Pre Box S2 Digital!

Die qualitativ nächsthöhere Gerätegruppe im Box Design-Programm nennt sich DS2 Linie. Diese sind zur S2 Linie jeweils doppelt breit und doppelt hoch und bietet von allem eine Schippe mehr. Hier hat der FLSV so ziemlich alle Komponenten vorführbereit.

Richtig amtlich wird es bei der RS-Familie von Pro-Ject Box Design. Hier gibt es alles, was das Herz des High-Enders begehrt: Phono-Vorverstärker mit symmetrischen Ein- und Ausgängen (!), CD-Player als Top-Lader mit getrennten Signal- und Steuerungsleitungen zum DAC, der sogar DSD 128-Files und via USB Dateien sogar mit 32Bit/382kHz wiedergeben kann, Umschaltung von Transistor- auf Röhren-Ausgangsstufe beim Vorverstärker und anderen Geräten usw. All diese Geräte sind trotzdem nur (B x H x T) 206 x 78 X 210mm inklusive der Buchsen groß!

Die derzeit qualitativ beste Midi-Anlage beim FLSV in Bamberg ist Exposures XM Line. Sie besteht aus sechs Geräten. Ich kann mir aber vorstellen, dass sie bestimmt noch ausgebaut werden könnte.

Und dann gibt es noch die Kompakt-Anlage der Jetztzeit. Seit deutlich über zehn Jahren bieten wir Yamahas Selbstläufer, nämlich die 4 Modelle aus der Pianocraft-Familie an. Diese  bietet mit CD, UKW-, DAB+- als auch Internet-Radio, USB, Airplay©, vollständiger Netzwerk-Anbindung mit vielen Streaming-Diensten als auch Multiroom (MusicCast) quasi Vollausstattung und richtig hohe Klangqualität fürs Geld, denn sie kosten lediglich 500.- bis 1000.- €, jeweils mit hochglänzend lackierten Lautsprechern! Tipp: Wenn man die klangliche Performance verbessern will, dann gönnt man sich einen kleinen Subwoofer, um die Wiedergabe im untersten Frequenzbereich ein wenig erwachsener zu gestalten. Bedienen kann man das Ganze entweder mit der mitgelieferten Fernbedienung oder über eine formschön gestaltete App auf dem Smartphone oder einem Tablet/iPad©.

Von der Vorstellung „Ist klein, klingt auch klein“ darf man sich also getrost verabschieden. Und genauso verabschieden muss man sich von der Vorstellung, diese kleinen Geräte seien billiger, nur weil sie weniger Raum umbauen. Hier hilft der Vergleich mit anderen technischen Geräten im Minitaturausführung weiter.
Man merkt: Hier kommt der Beschützer-Instinkt durch.

*Aber anders als Rauchen verlängert Musikhören mit gut klingenden Komponenten nachweislich das Leben!