Vorboten der Bamberger Analog-Tage 2026 #5: Music Hall Stealth, der erste Direkttriebler der Marke
Wir berichteten bereits hier darüber, dass durch die Übernahme von Music Hall durch MoFi und der damit verbundenen internationalen Zusammenlegung aller vertrieblichen Tätigkeiten, der FLSV in Bamberg nun auch die kleineren Modelle dieses Herstellers in sein Portfolio aufgenommen hat.



Das sind die neuen kleinen Modelle von Music Hall: mmf 1.3, mmf 1.5 und Classic. Sie sind jeweils nur in der gezeigten Oberfläche verfügbar. Sie bekommen bald auch eine eigene Vorstellung hier in den NEWS.
Nun sind alle vier Modelle, die das High Fidelity-Studio in Augsburg in seinem Vertriebsprogramm führt, bei uns auch tatsächlich vorführbereit. Diese vier Plattenspieler werden auch bei den Bamberger Analog-Tagen 2026 am 4. und 5. Dezember 2026 zu sehen sein, aber nur das größte Modell, der Stealth, wird, wie schon im Programm für die BAT angedroht, auch richtig eingesetzt. Und wie! Nämlich im Großen Vorführstudio in einer recht aufwändig getunten FLSV-Sonderedition.

Wir rechnen im Kopf: 33 plus 45 ergibt 78. Aber wozu braucht es diesen Schmarren mit den 78 RPM? Platten dafür gibt es doch nicht.
Was macht denn den Music Hall Stealth so besonders? Ganz simpel: Es ist ein direkt angetriebener Plattenspieler. Na und, so etwas gibt es doch bei anderen Herstellern auch? Aber eben von Music Hall bisher nicht, denn dort wurden bis dato ausschließlich Riemen-getriebene Plattenspieler und das in allen Preisklassen, also bis in den mittleren vierstelligen €-Bereich hinein, gefertigt.* Aber Roy Hall, der Namensgeber, und sein Team hätten bestimmt keinen neuen Plattenspieler in dieser Preisklasse lanciert, wenn er gegen die Marktbegleiter keine Chance hätte.

Hier erkennt man die überaus solide Konstruktion des S-förmigen Tonarms mit der Möglichkeit zur Höhenverstellung.
Was den Music Hall im Einzelnen auszeichnet, kann man getrost auf der genannten Webseite nachlesen. Aber dass der Music Hall Stealth über eine Auto-Stop-Funktion verfügt, sei am Rande, aber mit Nachdruck erwähnt, schont doch das automatische Hochheben des Tonarms und Abschalten des Motors am Ende einer Plattenseite die Nadel nachhaltig.
In der Folge zeigen wir, wie wir den Music Hall gepimpt haben.

Das ikonische Design wäre mir wurscht, wenn nicht auch die inneren Werte stimmen würden.
Das auffälligste Merkmal dürfte dann gleich der Tonabnehmer sein. Immerhin wird der Music Hall Stealth serienmäßig optional mit dem Ortofon 2M Blue zu einem stark vergünstigten Setpreis angeboten. Dieses MM-System ist schon richtig gut, wird aber alleine im Ortofon-eigenen Ranking von noch drei weiteren Modellen getoppt. Bei den BAT 2026 wird aber nicht das sehr bauähnliche Ortofon 2M Black LvB 250 verwendet, sondern das Concorde Music LvB 250. Wie man leicht rückschließen kann, wird hier dieselbe Technik und derselbe Nadelschliff eingesetzt. Aber viel wichtiger ist die Vermeidung der vielen Übergänge, die zwangsläufig zwischen den Anschlussstiften des Generators und den Aufsteckhülsen und den dünnen Käbelchen und wiederum den Aufsteckhülsen und den Kontakten am Headshell, die in den Tonarm selbst führen, entstehen und die garantiert nicht zu einem besseren klanglichen Ergebnis führen.
Dass durch diese Geometrie die präzise Justage entfällt, ist ein angenehmer, aber ansonsten einmaliger Nebeneffekt. Das ist eher für die Gattung der Vinyl-Retter und Vinyl-Schänder in einer Person, also den DJs, relevant. Und an dieser Stelle des Werbetextes widerspreche ich Ortofon zumindest ein wenig, dass man sehr wohl ein Werkzeug benötigt, um dieses für mich beste MM-System perfekt einzustellen. Man nennt es Tonarmwaage!**

Bis auf das Netzteil sind hier alle Tuning-Artikel auf einen Blick zu sehen.
Das zweite auffällige Tuning sieht man aber nur, wenn noch keine LP auf dem Plattenteller liegt. Wir haben schon viele Male nicht nur bei den BAT der letzten Jahre die hauchdünne Dereneville MagicMat eingesetzt und werden den Einsatz auch weiterhin vor allem für diejenigen empfehlen, deren Tonarm sich nicht in der Höhe verstellen lässt. Denn die Dereneville MagicMat trägt mit ihren nicht einmal 0.4 Millimetern so gut wie gar nicht auf. Ihr Silicon-beschichtetes Glasfasergewebe sorgt für eine bessere Anbindung der Schallplatte an den Plattenteller und unterdrückt durch ihre leicht klebrige Oberfläche so nahezu alle Mikroresonanzen.***

So leicht und so wirkungsvoll, das kann nur das „Gravity Two Record Weight“ von Origin Live sein.
Um den Rest aller Resonanzen, die vom Plattenspieler erzeugt werden, auch noch im Keim zu ersticken und so beste Voraussetzungen für eine störungsfreie Abtastung zu gewährleisten, setzen wir einen mit nicht einmal 70 Gramm superleichten, aber auch super-effizienten Plattenpuck ein. Der Gravity Two von Origin Live erzielt seine frappierende Wirkung durch den gezielten Einsatz verschiedener Materialien wie Holz, Metalle, Verbundwerkstoffe und Polymere. Ist das Gravity Two nicht ein richtig schnuckeliges Weihnachtsgeschenk für den besten aller Ehemänner?


Wir weisen an dieser Stelle ausdrücklich nicht auf die Optionen hin, die zum Beispiel schottische oder südenglische Anbieter aus dem UK den Besitzern ihrer noch einfach ausgestatteten Plattenspieler zur Verbesserung der Spannungsversorgung aus dem hauseigenen Portfolio empfehlen und auch für nicht ganz so kleines Geld anbieten. Wir bleiben auf dem Kontinent, wenn auch mit Blick über den Ärmelkanal, und empfehlen ausdrücklich die Linearnetzteile von Sbooster aus den Niederlanden, die erst vor ganz Kurzem hier vorgestellt wurden. Eingesetzt wird das Best of Two Worlds Power & Precision ECO MKII in der 12 Volt-Ausführung, das wiederum mit einem Netzkabel von Supra Cables mit der Steckdosenleiste ebenfalls aus diesem Hause verbunden wird.**** Getestet wird vor den BAT 2026 noch, ob sich der Einsatz des Upgrades, sprich der des Sbooster Ultra MK II, bei dieser Anwendung klanglich auszahlt.


Alle sechs Modelle sind in diesen beiden Farben verfügbar. Der FLSV traut sich sogar ein rotes Podium.
Fehlt nur noch der Untergrund. Also nicht der Keller, wo die vielen, vielen Schallplatten während der BAT 2026 feilgeboten werden, sondern die Basis, auf der der Music Hall Stealth stehen wird. Eigentlich ist der Granit-Altar schon stabil genug, aber alle, wirklich alle harten Materialien resonieren am oberen Ende ihres Frequenzspektrums. Und diese unerwünschte Übertragung wollen wir ja nicht als Negativwirkung weder auf den Plattenspieler noch auf die anderen eingesetzten Komponenten riskieren. Deshalb verwenden wir je eines der noch recht neuen Podium von TCI unter dem Plattenspieler und unter dem Vollverstärker.***** Besonders gefällig finde ich die sehr niedrige Bauhöhe alle Modelle dieser sechs Modelle umfassenden Baureihe.******
Übrigens, das ist das vollständige Set-up für die BAT 2026 auf der langen Seite des Großen Vorführstudios: Der Music Hall Stealth wird mit dem Supra Cables Phono 2RCA-SC direkt an den Phono-Eingang des Hegel H200 angeschlossen, der wiederum mit einem Supra Cables Annorum XL ins Single Wiring-Terminal der Qualio IQ verbunden sein wird. Ein schöne internationale Zusammenarbeit, oder? Immerhin sind hier die hoffentlich bald wieder USA, Taiwan, das UK, fast ganz Skandinavien mit Dänemark, Schweden, Norwegen, die Niederlande und auch Deutschland vertreten. So muss das sein!
Meine Güte, ist das spannend!



Schon vor dem Auspacken weiß man, was einen erwartet. Aber die Tonarmwaage ist doch eine Überraschung.
* Wer hierfür eine Begründung nachlesen möchte, kann das in diesem lesenswerten Testbericht nachvollziehen.

** Apropos Tonarmwaage: Lobenswert, denn eine solche ist im Lieferumfang des Music Hall Stealth beigelegt. Schade nur, dass man sie so selten einsetzen wird. Aber vielleicht nimmt man sich unseren Vergleichstest während der BAT 2026 im Kleinen Vorführstudio als Vorbild und legt sich ein Paar oder gleich ein paar weitere Headshells mit jeweils bereits montiertem und justiertem Tonabnehmersystem zurecht. Anwendungen dafür fallen mir gleich mehrere ein. Zum Beispiel waren diese Woche gleich drei Kunden bei mir, die über eine richtig große Singles-Sammlung verfügen. Und eine Single hat eindeutig eine andere Geometrie als eine normale Schallplatte.

*** Man vergegenwärtige sich einmal den Abtastvorgang, also mit welchen Auslenkungen des Diamanten in der Rille die dort hinterlegten Informationen ausgelesen werden. Da wirkt jede Störung richtig störend. Für normal zu montierende und justierende Tonabnehmer bietet Dereneville auch die Head Shell Mat an. Die kostet richtig Geld und man sieht sie nachher nicht mehr, aber sie bringt eine ganze Menge, weil sie an einer besonders sensiblen Stelle eingesetzt wird.
**** Letztgenannte sind entweder eh schon Pflicht und damit im Einsatz oder stehen auf dem Wunschzettel eines jeden Hifi- und High End-Fans, der zu mehr als vernünftigen Preisen seiner Anlage die besten Voraussetzungen in Sachen Spannungsversorgung bieten möchte.
***** Das TCI Podium 6 kostet etwa so viel wie der Music Hall Stealth ohne Tonabnehmer. Das ist dann doch ein wenig unverhältnismäßig, stümps?
****** Wenn das jemand von unseren Gästen wünscht, können wir ein kleineres Podium gegen das nächstgrößere Modell tauschen, um so ziemlich schnell deren Wirksamkeit zu verifizieren.



















































