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Der FLSV wird rückfällig: XIO, die neue Soundbar von KEF

Unter strenger Missachtung der marktgerechten Platzierung eines dem TV-Bild zugeordneten Gerätes, wie es eine Soundbar nun mal darstellt, präsentiere ich erst nach der Fußball-Weltmeisterschaft und auch nach langer Abstinenz wieder eine solche Soundbar, nämlich die andernorts bereits im letzten Sommer eingeführte KEF XIO.* Für deren artgerechte Präsentation wurde sogar ein nagelneuer Ultra HD Blu-ray Player erworben, der Bild und Ton über separate HDMI-Ausgänge zur Verfügung stellt.**

Links die beiden Besonderheiten von links nach rechts: der richtige Netzschalter sowie der für die IPT. Der Rest ist Usus.

Obwohl der Heimkino-Sektor beim FLSV schon lange nicht mehr den anteiligen Stellenwert wie noch vor einem Jahrzehnt hat, sind ja im Großen Vorführstudio als auch im High End-Heimkino jeweils entsprechende visuelle Vorführmöglichkeiten immerhin seit Ende der 1980er Jahre ununterbrochen verfügbar. Der Rückgang liegt ja nicht nur daran, dass die Fernsehgeräte immer größer und auch besser geworden sind, sondern auch daran, dass immer weniger Leute bereits sind, viele und immer mehr Lautsprecher*** in ihrem Wohnraum zu unterzubringen. Bestimmt kam auch noch hinzu, dass die Verkabelung zu den Rear und Side Speakern nicht immer alle ästhetischen Ansprüche aller Beteiligt*innen befriedigten. Aber um diesen Bereich nicht ganz den Großvermarktungsformen und den Online-Dealern zu überlassen, gibt es nun mit der KEF XIO eine der allerbesten Vertreterinnen dieser Gattung auch im Portfolio des FLSV in Bamberg.

Ähnlich komplex aufgebaut wie die Lautsprecher aus den normalen Lautsprecher-Serien, bietet die KEF XIO allerfeinste Technik, wie zum Beispiel den für diesen Zweck nochmals miniaturisierten Uni-Q, der sich hier Uni-Q MX nennt.

Heutzutage geht nichts mehr ohne die Steuerung durch Digitale Sound-Prozessoren. KEF nennt das MIE for Cinema.

Was es mit der Music Integrity Engine® (MIE) for Cinema auf sich hat, können Sie hier nachlesen. Immerhin werden damit diese wichtigen Formate unterstützt: Dolby Atmos Surround Sound, Sony 360 Reality Audio, DTS:X sowie Intelligent Placement Technology. Als klangliches Ergeb- und Erlebnis wird schlicht ein raumfüllender Sound aus diesem doch immer noch recht kleinen Gehäuse versprochen. Dieses kann man übrigens beliebig hochkant oder flach liegend in seinen Wohnraum integrieren, was meines Wissens einzigartig ist. Dies wird durch die KEF-eigene Intelligent Placement Technology (IPT) erwirkt, bei der Sensoren die jeweilige Anbringung erkennt und entsprechend anpasst.

Weitere technologische Besonderheiten sind die in den EQ-Voreinstellungen hinterlegten Dialog- und Nacht-Modi, bei der besonders die Stimmausgabe verbessert wird, während Hintergrundgeräusche reduziert werden. Das ist besonders bei Sprachsendungen wie Nachrichten und Talk Shows et cetera besonders wirkungsvoll.

Verblüffend ist, was der (eine einzige) Subwoofer in der KEF XIO dank Velocity Control Technology (VECO) leistet.

Die KEF XIO verfügt über einen eingebauten Subwoofer, dem KEF P185. In kleineren Räumen oder zum Start spielt dieser Treiber verblüffend kräftig. Dies wird durch eine weitere neue Technologie namens VECO bewirkt, die die Bewegung der Membran kontrolliert und bei Bedarf herunter regelt. So werden Verzerrungen und Kompressionen vermieden.

Früher hätte man zum KEF KC62 den Begriff Krawallschachtel schnell zur Hand und zum Mund gehabt.

Wir ergänzen die KEF XIO aktuell mit einem Subwoofer, selbstredend einem von KEF. Es ist der KEF KC62, der sich links unter dem Granitaltar versteckt. An dieser Stelle wird gerne erwähnt, dass das Große Vorführstudio immerhin einen Rauminhalt von fast 200 Kubikmetern aufweist und sogar einen zweiten KEF KC62 vertragen würde.

Rémy hat allerlei Abenteuer zu überstehen, die KEF XIO bringt die Spannung in der Pariser Küche voll `rüber.

Dass KEF hier nicht zu viel versprochen hat und auch ganz klar seinen gehobenen Gestehungspreis zu rechtfertigen weiß, kann ab sofort im Großen Vorführstudio des FLSV in Bamberg nachvollzogen werden. Und es braucht bei diesem Test auch keinen knallharten Action Film wie Ratatouille, um nachvollziehen zu können: Es bleibt spannend, zumindest beim FLSV in Bamberg.

Die KEF XIO lässt sich per App und per Fernbedieung als auch über ein paar Tasten direkt am Gerät steuern.

Nachbemerkung: Das Titelbild dieses Berichts ist so was von unscheinbar, das ist man ja von diesem Blog gar nicht gewohnt. Aber die optische Präsenz der KEF XIO ist aber auch so was dezent, dass das im heimischen Gebrauch ganz klar als Pluspunkt zu verzeichnen ist. Was diese Soundbar aber klanglich zu leisten imstande ist, das straft dem bescheidenen physischen Auftritt der Lüge! Und weil die KEF XIO sehr wandnah zu stehen hat, haben wir uns mit den ebenfalls noch recht neuen KEF Q Concerto Meta als Böckchen ausgeholfen.

* Die einzige Alternative zu KEFs**** XIO wird bald und ausschließlich die große Soundbar von Yamaha sein, die in den nächsten Wochen beim FLSV in Bamberg eintrudeln wird. Sie nennt sich True X Surround 90A*****, verfügt aber gleich über einen externen Subwoofer, aber auch über drahtlos anzusteuernde Rear Speaker. Wir be(r)ichten…

** Das war deswegen notwendig, weil die KEF XIO davon ausgeht, dass ein Fernseher mit einem eARC, also einem enhanced Audio Return Channel ausgestattet ist. Dieser HDMI Port ist nämlich der einzige am TV, der ein digitales Signal ausgeben darf.

*** Angefangen hat es ja in der Frühzeit des Kino-Raumklangs mit einem 3.0.1-Setup, während es aktuell bis zu 21 Lautsprechern sein können. Das nennt man dann 9.6.6, was außer den Lautsprechern in der Ebene auch 6 Subwoofern und vor allem 6 Lautsprechern für die Höhenkanäle entspricht, die bei Dolby Atmos, DTS:X Pro oder Auro-3D vorausgesetzt werden. Bei Trinnov können es sogar noch ein paar Kanäle mehr sein. Übrigens: Die KEF XIO stellt eine 5.1.2-Konfiguration dar.

**** Merken Sie, merkst du was? Richtig: Hier fehlt kein Apostroph! Wir sind ja schließlich nicht im UK…

***** Legendärer Vorvorgänger war der Soundprojektor Yamaha YSP-5600, der als erste Soundbar überhaupt diese immersiven Soundformate aus einem einzigen Gehäuse generieren konnte. Der FLSV in Bamberg war seinerzeit einer der welt- und damit sogar auch frankenweit allerersten Heimkino-Händler, der dieses Wunderteil der Technik nicht ganz unstolz präsentierte.

Wer den Begriff für die Geschmacksrichtung gewitterig kennt, kann über diesen Oscar-prämierten Film mitreden.

Nachlese der KEF Days 2026 am letzten Wochenende

Nein, auch diesmal gab es keinen KEFir, erst recht nicht zu den leckeren zwei für uns neuen Wurstsorten aus Laudenbach am Main, eine gleichen Namens und die andere des nächsten Veranstaltungsorts der High End, sondern echtes und fränkisches und deswegen besonders geschmackvolles Bier aus Munksambach.*

Somit ist schon mal geklärt, dass keiner meiner Gäste darben musste, zumindest nicht körperlich. Aber wie stand es um die Qualität der Darbietungen? Wurde hier dasselbe hohe Niveau beibehalten?** Lest selbst!

In erster Linie gab es besonders ernsthafte Vorführungen mit den Neuheiten von KEF, aber auch mit bekannten Alten. Wie schon in der Ankündigung der KEF Days 2026 angedroht, gab es in allen drei Vorführstudios des FSLV in Bamberg insgesamt sechs verschiedene Lautsprecher des Herstellers aus dem gerade mal wieder nicht so arg UK.

Die beiden bauähnlichen Modelle haben ihre Berechtigung in ihrem Marktsegment: KEF R3 Meta in blau und links…

Im Kleinen Vorführstudio traten die etablierten KEF R3 Meta gegen die noch recht neue KEF Q Concerto an. Und wer entschied diesen Vergleich für sich? Ein Besucher brachte es auf den Punkt: Er würde lieber zwei Paar der KEF Q Concerto kaufen. Habe ich auch nichts dagegen.

Auf der Fensterseite zeigte die KEF Coda W ihre Vielfältigkeit. Gefüttert wurde sie hauptsächlich mit einem Phono-Signal des Pro-Ject Debut EVO 2 oder per Bluetooth von einem Kunden-Smartphone.

Am Freitag kamen die KEF Reference 5 Meta dran, am Samstag waren es dafür die Blade Two Meta. Ist doch gerecht. oder?

Am anderen Ende der Preisskala, zumindest hier beim FLSV in Bamberg, waren es die beiden Flaggschiffe von KEF, die im Großen Vorführstudio aufgebaut waren. Zunächst war ja ein direkter Vergleich zwischen der KEF Reference 5 Meta und der KEF Blade Two Meta geplant. Aber da beide Probanden doch recht üppige Maße aufweisen, wäre die Aufstellung nebeneinander für beide Modelle nachteilig gewesen.***

Wenn das mal nicht standesgemäße Elektronik ist: CD-Player Hegel Viking und Streaming-Vollverstärker Hegel H600

So wurde am Freitag die modern gezeichnete KEF Reference 5 Meta in den Vordergrund gestellt, während die KEF Blade Two Meta von hinten auf die Zuhörer blicken konnte. Am Samstag wurde umgestellt, so dass die ikonische KEF Blade Two zeigen konnte, warum sie noch eine Winzigkeit oberhalb der KEF Reference 5 Meta rangiert. Und hier sind ausdrücklich nicht die maximal mögliche Lautstärke oder ähnliche Belanglosigkeiten gemeint.

Aber wie immer wurde die größte Überraschung im High End-Heimkino des FLSV kredenzt. Schon in den Veranstaltungen zuvor war hier das kleinste Modell des jeweils vorzustellenden Lautsprecher-Herstellers aufgebaut. In der perfekten Akustik dieses Raums, der dann auch noch abgedunkelt wurde, konnten die KEF LSX II**** zeigen, was heute an Klang und Volumen aus derart kleinen Gehäusen gezaubert werden kann.

Nur ein Modell ist noch schlanker, dafür aber viel höher und schwerer: KEF LS60 Wireless

Und so bekam der Begriff High End doch auch einen neuen Maßstab verpasst, zumindest was die schiere Größe und den damit verbundenen Aufwand betrifft, sie zum Klingen zu bringen. Denn hier waren lediglich ein stabiles Netzwerk und der Zugang zu Qobuz vonnöten, mehr nicht, um Musik mit viel Genuss zu hören!

Erst KEF, dann folgt Triangle, dann kommt Harbeth (wieder aus dem UK) dran und dann…

Die nächste Veranstaltung dieser Machart führt ins Reich eines der beiden französischen Anbieter im Portfolio des FLSV, nämlich Triangle. Weitere werden folgen, damit jeder weiß:

Beim FLSV in Bamberg war, ist und bleibt es spannend.

* Tatsächlich leitet sich mein Nachname entweder von Münchner ab, was einen Hinweis auf die verblichene Messestadt der High End in spe gewesen sein könnte, oder von Mönch, was mir in diesem Fall natürlich viel lieber wäre! Mein Dank geht wie so oft an Achim H. aus. N., der uns diese Köstlichkeiten aus seiner Heimat nicht nur mitgebracht, sondern auch kredenzt hat.

** In dieser Form, also mit einer ziemlich bescheidenen Frage, fangen seit gefühlten 100 Jahren alle Testberichte in den großen Printmedien unseres Metiers an. Ich kann da aber inzwischen drüber hinweglesen und rege mich nicht mehr darüber auf. Wirklich nicht!

*** Kann es sein, dass im Großen Vorführstudio des FLSV irgendwie zu wenig Platz ist? Hat dieses Fachgeschäft eventuell doch zu viele Lautsprecher vorführbereit? Quatsch, hier stehen höchstens viele Lautsprecher verführbereit!

**** Was die Chassis und die Verstärker-Elektronik betrifft, sind die KEF LSX LT baugleich zur LSX II. Hier sind eher der HDMI-Anschluss und die nicht zwingend benötigte Verbindung des Primary Speakers zum Secondary Speaker mögliche Argumente für die LSX II, zum Beispiel als Alternative zu einer Soundbar.

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