Die Nachlese zu den BAAT 2026, Teil 2: Theorie und Anwendung von Roon und andere technische Schmankerln
In diesem zweiten Teil der Nachlese der Bamberger Anti-Analog-Tage, die am vergangenen Wochenende, also am 17. und 18. April 2026 stattfanden, wird lediglich in Kurzform das beschrieben, was bereits im Programm für die BAAT 2026 angekündigt wurde. Etwas länger sind die Abschnitte, die als Überraschungen im Teil 1 der Nachlese angedeutet wurden und die sich mit der Theorie und Anwendung von Roon befassen.

Somit wird deutlich ausführlich auf unser Hauptthema Bezug genommen, nämlich mit dem Musikmedienplayer Roon mit all seinen Eigenschaften und auch den Möglichkeiten, es komfortabel zu erweitern. Hierzu hatte ich ja diesmal erstmals in der langen Geschichte der organisierten Veranstaltungen des FLSV einen richtigen Moderator eingeladen, nämlich eine der Koryphäen auf diesem Gebiet in Person von Herrn DrCWO, der im richtigen Leben Carl-Werner Oehlrich heißt.



Fangen wir wie gewohnt im Kleinen Vorführstudio an. Hier waren zum einen nahezu alle kompakten Smart Speaker des FLSV in Bamberg aufgereiht, um die mögliche Bandbreite des Angebots zu demonstrieren. Angeschlossen war aber nur eines der Paare. Erkennen Sie, erkennst du, welches das gewesen sein muss?



Diesmal war die Vorführung des Hauptmottos von der Fensterfront her organisiert. Auf die Standardseite hätten die drei Verstärker aus dem Systemvergleich Klein gegen Kompakt gegen Groß samt aller angeschlossenen Lautsprecher aus den Baureihen Oberon und Sonik von DALI keinen Platz gefunden.

Und als Überraschung war dort doch noch eine Installation zu sehen und zu hören, womit ich das erste der beiden angekündigten Geheimnisse lüfte. Man stelle sich vor, man höre sehr gerne und auch sehr gerne sehr gut Musik, hat aber keinen Platz, um standesgemäße Lautsprecher zu platzieren. Oft ist man sogar auf den Musikgenuss mit einem Kopfhörer angewiesen. Alles muss also mehr als kompakt ausfallen und möglichst viele Funktionen in nur einem zentralen Gerät vereinen.


Voilà! Drei wichtige, weil für unseren Zweck zentrale Funktionen erfüllt der Matrix Audio Element X2 auf high-endigste Art und Weise, denn er ist ein Streamer mit einem symmetrisch beschalteten Vorverstärker, bietet aber auch einen State-of-the-Art Kopfhörer-Verstärker. So fehlen nur noch kleine Aktiv-Lautsprecher ohne weitere Ausstattung, aber mit entsprechenden XLR-Eingängen, um diesem hohen Anspruch mehr als Genüge zu tun. Auf den Bildern in Teil 1 der Nachlese konnte man die Harbeth NLE-1 schon auf einigen Bildern erkennen. Immer wieder schön ist deren natürliche Stimmwiedergabe, wie bei allen Lautsprechern dieser Marke aus dem UK. Klar ist dabei aber, dass es ob der Größe selbstredend Einschränkungen im Tiefbass und in der maximal erzielbaren Lautstärke gibt. Aber High End ist das allemal!

Im High End-Heimkino waren ja gleich zwei völlig unterschiedliche Installationen vorbereitet, die aber dieselbe Quelle nutzten. Schnell war beim Systemvergleich



zwischen Google Cast, Apple AirPlay, Qobuz Connect und Roon klar, wer klanglich das Zepter in der Hand hält.*



Da war zum einen ein ganz neuer Lautsprecher im Portfolio des FLSV in Bamberg zu bestaunen. Der Qualio IQ mit seinem Dipol fühlte sich sichtlich wohl in der perfekten akustischen Umgebung dieses Studios. Offen und luftig, fast schon holografisch in der räumlichen Abbildung, dabei aber mit einer gehörigen Portion Schub im unteren Frequenzbereich, so macht Musikhören Spaß! Aber wie immer gilt: Selbst anhören macht noch schlauer als nur lesen.

Die zweite Abhöranlage war wieder für die Kopfhörerhörer vorbereitet. Zwei neue Modelle von Yamaha zeigten zum einen, ob und was ein Downsizing ausmacht und zum anderen, dass auch ein geschlossener Kopfhörer in dieser Preis- und Güteklasse seinen berechtigten Platz hat.

Aber die große Show wurde wie schon so oft im Großen Vorführstudio aufgeführt. Prinzipiell standen hier vier preislich nahezu identische Verstärker beziehungsweise Vorverstärker-/Endstufen-Kombinationen zur Auswahl,



von denen wir drei allerdings nicht bemüht haben. Und dass das klar ist: Wir haben den Hegel H400 ausschließlich deswegen verwendet, weil der die verwendeten Lautsprecher, das Geheimnis Nummer 2, nicht nur im Griff hatte, sondern auch in der Mitte stand und so gut zu sehen und auch gut zu bedienen war.**

Aus der Not eine Tugend machend haben wir uns für den Einsatz ganz großer Elektrostaten entschieden. Diese stehen, wenn überhaupt, nur einmalig zum Verkauf, denn reproduzierbar sind die Soundlab S-3 definitiv nicht mehr.*** Für unsere Zwecke hatten diese beiden riesigen elektrostatischen Lautsprecher gleich mehrere Vorteile. Zum einen gelten Lautsprecher dieser Bauart als besonders fein auflösend, was die unten beschriebene Vergleichbarkeit erhöht. Zum anderen ist deren Abbildung des Musikgeschehens bei einem solch hohen Array auch in der Höhe nahezu identisch. So spielt es fast keine Rolle, ob man steht oder sitzt. Und da das Große Vorführstudio zwar groß ist, aber nicht beliebig viele Sitzplätze bietet, ist das für alle Anwesenden ein enormer praktischer Vorteil während der Vorführungen.



Diesmal ging es bereits in den Morgenstunden des Freitags richtig zur Sache. Dr. Charly Oehlrich hat dann im Laufe der beiden Tage allen Interessierten die vielen praktischen Vorteile von als auch die technischen Voraussetzungen für Roon erläutert. All seine Ausführungen sind nun kein Geheimnis mehr und so kann man sie hier in Ruhe nachlesen.

Zugegebenermaßen ist Roon kein billiges Vergnügen, schlägt es doch mit immerhin 830 US-Dollar für die Lifetime Licence zu Buche. Aber wenn man dessen Vorteile dagegen rechnet, ist das auf einmal gar nicht mehr so schlimm. Eine Verbesserung einer High End-Anlage durch andere Maßnahmen zu diesem Kurs ist schlecht vorstellbar, zumal es an der Quelle der ganzen Musikwiedergabekette ansetzt. Rechnet man dann noch den relativ kleinen finanziellen Aufwand für das nötige Zubehör sowie für die Raumakustik-Messung durch Dr. Charly Oehlrich samt Einbindung der Korrektur-Files hinzu, ist das Preis-/Gegenwerts-Verhältnis sogar geradezu sensationell.****



Daneben wurde auch das verfügbare Zubehör aufwändig präsentiert. Basis hierfür ist die von Dr. Charly Oehlrich entwickelte RooExtend Box. Er selbst hat diese Box völlig zutreffend als Schweizer Armeemesser bezeichnet. Welche der möglichen Anwendung für jeden Einzelnen sinnvoll erscheint, darf jeder Einzelne gerne selbst bestimmen. Jedenfalls kann man hier sicher sein, dass der Support auch bei kleineren Problemchen ernst genommen wird. Aber alleine die Funktion, die Lautstärker an einem haptisch real vorhandenen Drehregler steuern zu können, macht für mich die Entscheidung sehr leicht.

Später wurde die bereits angesprochene Raumakustik des Großen Vorführstudios samt der angeschlossenen Lautsprecher gemessen. Oder war es andersherum? Egal, beide bilden ein System, das in aller Regel Fehler generiert. Diese Fehler muss man nicht nur messen, sondern auch richtig interpretieren können. Und zwar insofern, als dass man dann mittels einer Zielkurve, wie man es denn am liebsten im eigenen Wohnraum klanglich ausgerichtet haben möchte, die daraus resultierenden Korrektur-Files errechnen muss, um sie dann in Roon zu implementieren. All das ist wahrlich nicht trivial und sollte durch einen Fachmann wie Dr. Charly Oehlrich durchgeführt werden, wenn es perfekt werden soll.

Jedenfalls kann man feststellen: Das war wieder einmal eine gelungene Veranstaltung! Und es war wieder spannend und entspannend zugleich. Es gab diesmal viel technische Informationen, aber genauso wieder viele Gespräche über die Musik als solche. Und genau das macht den Reiz solcher Events aus, wie sie kein Versender, sondern nur der Fachhandel vor Ort bietet.


* Roon wurde hier oben selbstverständlich ohne die weiter unten beschriebene Raumakustik-Korrektur betrieben, was auch weder vom Lautsprecher noch vom Raum selbst her nötig gewesen wäre. Der Unterschied zwischen Roon und Qobuz Connect war lange nicht so krass wie gegen die beiden anderen Formate. Über die beiden Kopfhörer, jeweils vom Yamaha HA-L7A gespeist, waren die klanglichen Unterschiede noch viel schneller und deutlicher zu vernehmen.
** Ein Umbau auf die anderen Kombattanten wäre einfach zu aufwändig gewesen und hätte uns zeitlich arg durch Leerlauf beschränkt. Aber noch einmal zum Mitschreiben: Jeder Verstärker oder jede Kombi hat ihren legitimen Zweck und Sinn und Einsatzbereich! Außerdem stand da auch dem großen Tisch ja auch noch unser großes Schallplatten-Laufwerk einsatzbereit.
*** Diese wirklich großen und auch großartig aufspielenden Lautsprecher wurden soeben komplett überholt. Diese Arbeit habe ich vertrauensvoll in die Hände von Patrick Wagner gelegt, der hier nicht nur neue und auch deutlich bessere Folien aufgezogen, sondern auch den dunkeln und somit düsteren Bespannstoff gegen einen deutlich helleren getauscht hat. So sehen die Trümmer doch deutlich lichter und Wohnraum-gerechter aus, stümps? Außerdem hat er sich noch der Elektronik angenommen, so dass diese beiden Elektrostaten wieder wie neu, nein: eigentlich sogar dank der neuen und leichteren Folien sogar besser spielen als je zuvor. Allerdings sollte man einen mehr als potenten Verstärker sein Eigen nennen und nicht allzu hohe Lautstärken den Lautsprechern abfordern. Für derlei Zwecke gibt es im riesigen Portfolio des FLSV in Bamberg dann aber garantiert auch die eine und die andere Alternative.
**** Wenn man einen doppelt so teuren Verstärker kaufen wollte, erzielt man damit hoffentlich bis bestimmt auch einen akustischen Zugewinn. Aber die Lautsprecher bleiben deswegen doch genau dieselben, die auch schon vorher mit dem eigenen Raum interagiert haben. Aber Sie könnten auch für den zehnfachen monetären Einsatz ein einzelnes Netzkabel kaufen. Ach, Sie brauchen davon ein paar mehr? Na dann!












































































































































