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Eine spannende Geschichte: Der neue Stromlaufplan fürs High End-Heimkino, Folge #5 : die Geräte-Feinsicherung

Machen wir es wie die Bedienungsanleitungen heutzutage und fangen mit den Sicherungs-, äh mit den Sicherheitshinweisen an: Wenn Sie für ein solches Geräte-Tuning aufgeschlossen sind und auch dem kleinsten Detail Ihre volle Aufmerksamkeit schenken, nämlich der Geräte-Feinsicherung, dann probieren Sie es am besten an einem Gerät aus, für das keine Garantie oder Gewährleistung mehr besteht. „Warum denn? Wenn man denselben Wert bei der Ersatz-Sicherung einsetzt, dann wird doch wohl nichts passieren.“, wird hier Ihre berechtigte Frage lauten. Aber wenn dann doch selbst an anderer Stelle etwas passiert, könnte es teuer für Sie werden, zumindest wenn Sie für diesen Eingriff das Gerät öffnen müssten (siehe unten).

Für alle nachfolgenden Tipps und Maßnahmen ziehen Sie bitte* zuerst den Netzstecker des zu behandelnden Gerätes. Warten Sie lieber eine Viertelstunde, bis sich alle Kondensatoren im Gerät entladen haben, bevor Sie anfangen. Bei einigen Geräten finden Sie die Netzsicherung bereits auf der Geräterückseite. Entweder handelt es sich um eine runde, mit einer Feder bestückte Fassung, die Sie mit einem mittleren Schraubendreher herausnehmen können oder um eine rechtwinklige, schwarze Schublade direkt beim Kaltgeräte-Einbaustecker. Auch hier hilft wieder ein kleiner Schraubendreher, um das Fach am vorbereiteten Schlitz herauszuhebeln. Die innere Sicherung, falls Sie gleich zwei Sicherungen sehen sollten, ist die in leitender Funktion, während die äußere nur zu Ersatzzwecken eingesetzt wurde.

Sicher ist sicher: die Feinsicherung von PADIS mit 10 Ampere in der Mehrfach-Steckdosenleiste von Supra Cables

Ansonsten müssen Sie nun den Deckel abschrauben. Da in den allermeisten Geräten fast ausschließlich die kleine Bauform der Feinsicherung mit den Maßen 5 x 20mm eingesetzt ist, finden Sie die einfachen Glasscherungen bestimmt gleich. Diese können nicht nur bei der direkten Spannungsversorgung in offenen Sicherungshaltern eingesetzt sein, sondern sich auch auf der Audio-Platine befinden. Viele Hersteller schützen ihre Schaltung lieber so, als es einer elektronischen Überwachung anzuvertrauen. Nehmen sie Ihren kleinen Schraubendreher und hebeln Sie vorsichtig die Sicherung an einer der äußeren Kappen nach oben. Nach der Entnahme können Sie den verwendeten Wert auf einer der äußeren Hüllen ablesen. Bitte verwenden Sie für die Ersatzsicherung stets GENAU diesen dort eingeprägten Wert!*** Achtung an dieser Stelle: Sicherungen nicht vertauschen, sollten mehrere Sicherungen verbaut worden sein! Verwenden Sie ab hier einen Gummi- oder engen Baumwollhandschuh, wenn Sie die neue Feinsicherung auspacken und in Ihr Gerät einsetzen. Dadurch vermeiden Sie die zwangsläufige Korrosion der aus Reinkupfer oder Silber gefertigten Endkappen.

Eine der (relativ) preiswerten Optionen, die PADIS Feinsicherung für 22.- €

Apropos verwendetes Material und angewandte Technik: Die High End-Feinsicherungen haben allesamt keinen Glaszylinder, sondern verwenden einen aus Keramik. Auch sind diese Feinsicherungen gefüllt, um auch so Resonanzen des eigentlichen Drahtes, der im Schadenfall durchbrennt, möglichst gering zu halten. Hier reicht die Spanne von feinstem Quarzsand über spezielles Granulat bis hin zu Bienenwachs samt Umhüllung mit einem Gel! Dass allerdings manche Typen eine Laufrichtung vorgeben, wie man sie einsetzen soll, erschließt sich mir bei der abzusichernden Wechselspannung (noch) nicht. Da erscheint sich mir die kryogenische Behandlung der audiophilen Feinsicherung, also das Einfrieren bei knapp 200 Minusgraden zur Materialentspannung, schon eher als eine Klanggewinn bringende Maßnahme.

Auch Feinsicherungen müssen eingespielt werden.

Jetzt wird das Gerät wieder zusammengeschraubt, wobei keine Schraube übrigbleiben sollte. Versuchen Sie sich nun noch an den letzten Klangeindruck Ihrer heimischen Musik-Wiedergabe-Anlage (HMWA) ohne dieses Tuning zu erinnern. Dann schalten Sie Ihr Gerät ein und hören Sie genau hin und zu. Wahrscheinlich bis bestimmt werden die größten klanglichen Fortschritte bei dem beziehungsweise den transistorisierten Verstärkern** am größten sein, weil sich hier unter anderem der Dämpfungsfaktor, der wegen der nun kleineren internen Verluste, die ja jeder Verstärker irgendwie aufweist, vergrößert. Da es aber auch in den restlichen Geräten der HMWA immer um besseren Stromfluss geht, tauschen wir in unserer radikal angelegten Neuinstallation des High End-Heimkinos alle Sicherungen aller verwendeten Gerätschaften aus. Das fängt beim DC-Blocker von Supra Cables an, überspringt den Keces BP-600, der keine Feinsicherung benötigt, geht weiter über die verwendeten Steckdosenleisten wiederum von Supra Cables (siehe oben) bis hinein in jedes der Geräte, die sich ansonsten im Rack hinter der Kinoleinwand verstecken.

Besonders ruhig dank Bienenwachs plus Gelummantelung

Ja, es ist immer wieder verwunderlich, was dieser kleine Eingriff doch für akustische Folgen hat! Probieren Sie es einfach mal aus, denn der finanzielle Einsatz ist im Verhältnis zum klanglichen Zugewinn relativ bis ziemlich sicher absolut gering. Da müssen Sie bei anderen Maßnahmen, egal ob Tuning oder Gerätetausch, deutlich tiefer in die Tasche, die ja eher ein Beutel des Geldes ist, greifen.

Die günstigste Alternative beim FLSV: AHP für 20.- €
Die teuerste unter den Sicherungen: Audio Magic für 300.- €!

Der FLSV hält in allen gängigen Werten Sicherungen von AHP und PADIS vorrätig, bietet aber auch gängige Werte der Supreme³-Sicherungen von hifituningprodukte an.

Kaum zu glauben, dass der Gesamtwert des Inhalts dieser Holzschachtel deutlich über 2000.- € beträgt.

Säßen wir hier bei hölzernen Schreinerarbeiten zusammen, müsste es wohl heißen: Es bleibt spanend, zumindest beim FLSV! Aber da wir uns in dieser Artikelreihe mit dem Stromfluss im Allgemeinen und fürs High End-Heimkino des FLSV zu Bamberg im Spezi****ellen befassen, heißt es doch folgerichtig: Es bleibt spannend, zumindest beim FLSV!

Und weil es gerade so spannend ist, bereiten wir dieser Artikelreihe noch eine würdiges Ende. Es wurden nämlich alle bisherigen Arbeits- und Fortschritte entsprechend dokumentiert. Freuen Sie sich also, wenn es wieder heißt: Eine spannende Geschichte: Der neue Stromlaufplan fürs High End-Heimkino, Finale #6: The Making of.

*Das ist eigentlich keine Bitte, sondern eher als Befehl zu verstehen!

**Damit können nicht nur Vorverstärker und Endstufe gemeint sein, sondern auch Aktiv-Lautsprecher, die ja die Endstufen verbaut haben.

***Auch wenn Sie sich an diese Vorgabe halten müssen, kommt es gerade bei sehr kräftigen Verstärkern mit hohen Einschaltströmen vor, dass deren Original-Gerätesicherung seeeehr große Toleranzen aufweist und so nicht ganz so schnell auslöst. Die Hifi-Sicherungen sind hier viel präziser und könnten so ein schnelles Vergnügen gewesen sein. Das sollte Ihnen bewusst sein, wenn Sie den Wechsel der Feinsicherung doch riskieren, denn schließlich kostet ein solches audiophiles Kleinod ja mehr als ein Kasten fränkischen Bieres. Aber meistens geht es ja doch glatt. Und danach schmeckt die genannte Gerstenkaltschale gleich zweimal so gut!

****Die Spezial Brauerei in der Oberen Königstraße ist ja bekannt für sein eher leichtes Rauchbier. Das ist das Lager. Aber kennen Sie auch das helle U? Sie müssen nur der Bedienung nur zwei Vokale nennen und schon bekommen Sie ein helles Ungespundetes.

Eine spannende Geschichte: Der neue Stromlaufplan fürs High End-Heimkino, Einleitung #0

Sie müssen nicht weiterlesen, wenn Sie bereits einen PS Audio Power Plant oder ähnliche Netzaufbereiter Ihr Eigen nennen. Aber wenn Sie sich für eine nahezu optimale Spannungsversorgung für Ihre heimische Musik-Wiedergabe-Anlage (HMWA) interessieren, die aus zwei Gründen bezahlbar ist, dann ist diese Artikelserie vielleicht bis sehr bestimmt interessant für Sie. Denn zum einen sind alle hier formulierten Vorschläge auch zusammen bezahlbar, aber erst recht, wenn Sie diese Konzeption Stück für Stück realisieren. Manche der Positionen sind so günstig, dass man sich diese auch zu Weihnachten schenken lassen kann, ohne rot zu werden.*

Dass die Spannungsversorgung im heimischen Heim durch viele Störenfriede belastet wird, ist inzwischen keine Weisheit der Binse mehr. Diese zähle ich auch jetzt nicht noch einmal auf. Aber dass diese Verunreinigungen die Netzteile der Geräte ziemlich belasten und diese somit in ihrer Performance drastisch einbremsen, kann man leicht nachvollziehen.

Und ich gehe mal davon aus, dass Sie inzwischen auch nicht mehr die Frage stellen, ob es denn überhaupt sinnvoll sei, aufwändige Stromkabel und bessere Stecker zu verwenden, wenn doch der Strom, vom Stromkraftwerk aus betrachtet, durch viel zu dünne Kabel bis ins Wohnzimmer muss. Ich unterstelle Ihnen mal ganz einfach die richtige Sichtweise, dass das angeschlossene Gerät die hier im Folgenden beschriebenen Maßnahmen als erstes „sieht“ und somit ganz bestimmt darauf reagiert beziehungsweise sogar darauf reagieren muss. Aber wenn Sie sich auch noch ein eigenes Kraftwerk leisten mögen…

Wir sind ja so was von radikal**, denn wir fangen ganz vorne an. Im Beitrag #1 dieser Artikelreihe wird die Strecke vom Sicherungskasten bis zur Wandsteckdose unter die Lupe genommen. Weiter geht es in Teil #2 noch vor der Verteilung zu den verwendeten Geräten mit der Unterdrückung von Gleichspannung (DC), die sich immer häufiger im Stromnetz ausbreitet. Von hier aus wird in Part #3 der Strom symmetriert und auch noch gegen Überspannung geschützt, damit die Geräte nochmals in ihrer Arbeit entlastet werden. In Folge #4 geht es da weiter, wo die meisten Hifi-Apologeten erst beginnen, nämlich mit den Steckerleisten und den Netzkabeln. Als Schlusspunkt #5 kommen noch die oft unterschätzten Gerätefeinsicherungen dran.

Diese vier Einzelmaßnahmen werden dann recht ausführlich und reich bebildert in den nächsten Tagen und Wochen hier im NEWS-Blog dargestellt. Der Anlass hierzu war übrigens meine Entscheidung, dass Wirrwarr an Kabeln oben im High End-Heimkino nicht nur zu entflechten, sondern auch in epischer Länge*** gleichartig zu gestalten. Denn das scheint schon eines der Geheimnisse von gutem Klang zu sein, dass nämlich alle Netz- und auch Kleinsignalkabel möglichst identisch sein sollten. Und weil das da oben nicht nur eine Anlage ist, die neu zu verkabeln ist, hat das einiges an Überlegung erfordert, wie das zu bewerkstelligen sein wird. Und so kam ich vom Hölzchen aufs Stöckchen, vom Hundertsten ins Tausendste, aber ohne dabei den Faden zu verlieren (sic!), weil ich hierfür einen akribischen Plan erstellt habe. Und dabei sollte eine der stabilsten und dem high-endigen Anspruch der verwendeten Geräte angemessene Spannungsversorgung herauskommen, ohne dabei — siehe oben — die Kosten aus den Augen zu verlieren.

Ich hoffe, Sie finden die eine und die andere Anregung zum Selbermachen. Zur Not können Sie die beschriebenen Artikel auch hier vor Ort kaufen oder per Mail bestellen. Vor Ort heißt wie immer, MM hat zwar keinen Web-Shop, kann aber die gewünschten Artikel mit der Paketpost liefern lassen, wenn Sie es nicht schaffen sollten, persönlich in der Inneren Löwenstraße zu Bamberg vorbeizukommen.

*Stellen Sie doch bitte mal das Gesicht Ihres weniger Hifi-affinen Gegenübers vor, wenn Sie ihm/ihr/es offenbaren, sie wünschten sich sehnlichst einen DC-Blocker!

**Die Lateiner unter uns wissen, dass sich das Wort von radix ableitet, und das heißt nichts anderes als „von der Wurzel her“. Schon wieder was gelernt.

***Oder heißt das doch in epischer Breite, weil die meisten Kabel parallel verlaufen?

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