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Vorboten der Bamberger Analog-Tage 2026 #4: der Audiolab PPA7, ein besonders vielseitiger Phono-Vorverstärker

Was muss ein Phono-Vorverstärker denn so alles können? Das sind die zwei Grundfunktionen RIAA-Entzerrung und Verstärkung ums 500- bis 1000-fache. So weit, so schwer.

Beide Tonabnehmersysteme werden unterstützt: Memmingen und Monte Carlo.

Ach, Sie haben einen Moving Coil-Tonabnehmer in Ihren Tonarm montiert? Na gut, dann gibt es eben noch eine weitere Anpassung und Verstärkung um etwa Faktor 10, eben den MC-Eingang.

Einmal bitte mit allem: Anschlussseite des vollstausgestatteten Audiolab PPA7

Und Ihre Inneneinrichtung ist eher modern gestaltet und somit die Tiefe Ihrer Möbel nicht ganz ausreichend für einen Plattenspieler, den Sie entsprechend an anderer Stelle im Raum platzieren müssen? Da kommt ja ein langes Cinchkabel zum Verstärker aus gleich zwei Gründen* erst gar nicht in Betracht. Macht nix, denn dafür gibt es ja das kleine Helferlein von Pro-Ject, die Phono Box E BT5.

Ich bin ja mal gespannt, was der Audiolab PPA7 in Zukunft noch alles an Eigenschaften hinzubekommen wird.

Ihre Schallplattensammlung beinhaltet so viele tolle LPs, die Sie unbedingt digitalisieren möchten, weil diese nicht im Angebot Ihres Streaming-Anbieters meiner Empfehlung gelistet sind, die Sie aber auch unterwegs anhören möchten? Na gut, noch ein Böxchen gekauft, diesmal die Record Box E, wieder von Pro-Ject Audio.

 

Audiolab kann auch sehr gute Kopfhörer-Verstärker bauen.

Am besten kommen Sie zum Musikhören, wenn alle anderen im Haushalt bereits schlafen und somit Ruhe im Raum herrscht? Aber das geht dann ja mit Lautsprechern wiederum nicht so gut und Sie weichen auf den konzentrierteren Musikgenuss mit einem Kopfhörer aus? Mist, der moderne Verstärker hat ja gar keinen Kopfhörer-Ausgang mehr. Nicht schlimm, Sie haben ja auch noch die Headbox S2 desselben österreichischen Herstellers.***

So ein Regler für die Lautstärke ist sehr selten an Phono-Vorverstärkern zu finden.

 

Das alles betrifft Sie nicht (in allen Punkten), denn Sie wollen nur eine recht minimalistische Hifi-Anlage nutzen, die lediglich aus einem Plattenspieler und Ihren bewährten Aktivboxen besteht?** Da wird es langsam eng im Angebot, wenn es sich wirklich nur um das eine Quellgerät Plattenspieler drehen soll. Hilfreich wäre hier auch eine Triggerschaltung, mit der man die angeschlossenen Komponenten mit einem Drücker ein – und ausschalten könnte. Hier fällt mir gerade kein Modell in der Rubrik Phono-Vorverstärker ein, das direkt an eine Endstufe oder eben Aktiv-Lautsprecher anzuschließen ist.

Genauso selten ist die Möglichkeit bei Phono-Vorverstärkern, alle Parameter mit einer Fernbedienung einzustellen.

Nee ne, eine Fernbedienung wäre auch nicht schlecht? Über die man alle Einstellungen der Systemwahl und deren Entzerrung genauso bequem wie die Lautstärke justieren kann? Spätestens jetzt muss man die Nadel mit dem Heuhaufen suchen.

Lange Vorrede, kurzer Sinn: Da gibt es nämlich ab sofort was, und zwar was Passendes! Eine neue Komponente, die all das eben Geschilderte in nur einem auch noch hübsch gestalteten Gehäuse anbietet. Das Teil heißt PPA7 und stammt vom ausgewiesenen Elektronik- und damit auch Phono-Vorverstärker-Spezialisten Audiolab.

Denn der Audiolab PPA7 basiert in seiner Grundschaltung auf dem legendären Audiolab 8000PPA. Dieser war lange Zeit auch beim FLSV in Bamberg beliebtes Arbeitsgerät, denn der Audiolab 8000PPA bietet zwei völlig unabhängig voneinander nutzbare Phono-Zweige, egal ob MM oder MC. Wenn man nur einen Phono-Eingang benötigt, was ja der Regelfall sein dürfte, stellt stellt sich der neue Audiolab PPA7 deutlich moderner auf, wenn man die Funktionen wenigstens gelegentlich auch wirklich nutzt.****

Somit kann resümiert werden, dass der Audiolab PPA7 in seinem Funktionsumfang tatsächlich Neuland betritt und so in etwa als Schweizer Offiziersmesser in Sachen Phono-Vorverstärkung bezeichnet werden kann.

 

Es gibt das Gerät in zeitlosem Schwarz und in nicht weniger klassischem Silber, das sich aber neuwerblich Deep Silver nennt.

Ab sofort ist der Audiolab PPA7 beim FLSV in Bamberg fester Bestandteil des Portfolios. Mal schauen, ob wir diesen Tausendsassa bei den BAT 2026 noch irgendwie einsetzen können.

 

Könnte doch verdächtig sein, dass da eine Antenne aus einem Phono-Vorstärker ragt, aber das haben wir je inzwischen geklärt.

* Da sind die technischen, sprich Klang-verschlechternden Eigenschaften eines derart langen Kabels als auch die ästhetischen Beeinträchtigungen zu nennen.

** Bei einem kompletten Neukauf stünden auch die Aktiv-Boxen von Triangle aus der Borea Connect-Baureihe und die AIO Twin genauso zur Auswahl wie die KEF Coda W, die allesamt einen Phono-Eingang bieten. Aber da muss der Plattenspieler auch schon in der Nähe des einen, neuerdings Primary genannten Lautsprechers stehen, der die gesamte Elektronik samt Anschlüssen bereithält.

*** Macht insgesamt drei Boxen, die ja immer noch recht niedlich anzusehen sind. Zumindest so von vorne, dass man die stets benötigten Anschluss- und Verbindungskabel auf der Rückseite nicht sehen muss. Und was noch dazu kommt, ist der immense Platzbedarf in der Mehrfachsteckdosenleiste, schließlich müssen drei unförmige Steckernetzteile dort untergebracht werden.

**** Einen Audiolab 8000PPA gibt es noch im Bestand des FLSV in Bamberg. Fragen Sie doch mal höflich nach, ob der noch verkäuflich ist.