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Bamberger Analog-Tage? 2021? Bamberger Analog-Tage 2021!

Werfen große Schatten Ereignisse wie die Bamberger Analog-Tage 2021 schon im Voraus über den Haufen? Wer weiß? Und das jetzt schon? Schon im letzten Winterherbst ist ja diese ansonsten bisher regelmäßig stattfindende Großveranstaltung* ausgefallen. Und auch jetzt**, wo die Inzidenz-Zahl gerade für die Stadt Bamberg wieder über 50 liegt, kann man die Durchführung einer solchen Veranstaltung nicht eben vollmundig als gesichert bezeichnen. Auch wird der formale Aufwand um die Veranstaltung herum deutlich höher ausfallen, als zu Vor-Pandemie-Zeiten (Anmeldung der BAT 2021 bei der Stadt Bamberg, persönliche Anmeldung aller Besucher mit aufwändiger Registrierung et cetera, Anforderung eines Impfnachweis oder der Genesung oder eines negativen Corona-Tests***…).

Aber die Planungen für die diesjährige Veranstaltung laufen ja nicht erst seit gestern im Hintergrund dennoch auf Hochtouren, denn OO MM, also der Ober-Optimist MM, tüftelt an dem nicht mehr ganz so vorläufigen Programm weiter und beschafft auch schon die Gerätschaften, die für die Bamberger Analog-Tage 2021 gesetzt sind. Und nicht ganz unwahrscheinlich werden es wieder ein Freitag und der darauffolgende Samstag Anfang Dezember 2021 sein, an denen die große Analog-Show stattfindet. Hierzu werden Sie aber auf diesen meinen Webseiten und auch persönlich per Mail**** nicht nur hingewiesen, sondern auch eingeladen.

Und damit Sie ein wenig an meiner Weitsicht teilhaben können, werde ich im Folgenden ein paar der geplanten Topics plaudernd aus dem Nähkästchen heraus zaubern. Als da wären:

  • Vorstellung des neuen Pro-Ject Debut The Beatles Singles Turntable in adäquater high-fideler Umgebung
  • Vorstellung des nagelneuen Pro-Ject Debut PRO im Vergleich zum auch noch recht frischen Pro-Ject Debut EVO
  • Systemvergleich auf hohem Niveau #1: Das nagelneue photooptische System DS Audio DS 003 mit und gegen das klassische MC-System HANA Umami an des beim FLSV neuen Phono-Vorverstärkers Hegel V10. Das Laufwerk für diesen Vergleich stellt der AMG Viella 12 mit Zusatzzarge, dessen Tonarm das DS Audio DS 003 führen wird, während das Hana Umami an dem bereits bekannten Ars Machinae Lignum L montiert und penibelst justiert sein wird. Das Ganze thront auf dem ebenfalls super soliden und somit königlichen Umai wiederum von Ars Machinae.
  • Außerdem werden ein paar neue Lautsprecher vorgestellt, die sich entweder bereits im Portfolio des FLSV befinden oder die von den mehreren Herstellern und Vertrieben angekündigt wurden. Allerdings gleicht deren termingerechte Ankündigung derzeit einem Blick in die Glaskugel, weil wie bekannt überall Teile fehlen, dadurch die Lieferketten unterbrochen sind und es oft, so profan es klingen mag, an der passenden Verpackung fehlt. Gesetzt ist auf alle Fälle die bei uns neue p1 von Manger Audio aus Mellrichstadt, Lower Frankonia, die in ihrer unbestechlichen Art im Systemvergleich #1 als Schallwandler eingesetzt werden wird. Hier kann sogar mit Freude schon jetzt mitgeteilt und somit angekündigt werden, dass Frau Daniela Manger bei den Bamberger Analog-Tagen 2021 ihre ganz besonderen Chassis und Lautsprecher-Modelle persönlich vorstellen wird. Ich verrate Ihnen an dieser Stelle schon mal das Grundprinzip des Manger-Schallwandlers, damit Sie dann vor Ort schon mal ein wenig vorinformiert sind: Anstelle einer Konusmembran wie bei traditionellen Chassis wird hier eine dünne biegeweiche Platte so durch die Schwingspule angeregt, dass diese Biegewellen erzeugt, die sich vom Zentrum ausgehend nach außen ausbreiten. Somit werden die konstruktionsbedingten Überschwinger konventioneller Antriebe vermieden. Und weil der Manger-Schallwandler zudem nahezu den kompletten Übertragungsbereich von 360Hz bis 40000Hz übertragen kann, wird er nur zu den ganz tiefen Frequenzen hin durch einen Tieftöner ergänzt.
  • Systemvergleich auf hohem Niveau #2: Der FLSV hat sich ein neues SuperPack bei einem seiner Haupt- und Lieblingslieferanten stricken lassen, das bestimmt auch bei entsprechender Nachfrage bald ganz offiziell in ganz Deutschland angeboten werden wird. Aber dieses Mal handelt es sich nicht um einen Plattenspieler von Pro-Ject, sondern um ein neues Modell im Portfolio des umtriebigen Vertriebes aus Mülheim an der Ruhr, nämlich von der taiwanesischen Marke Tien. Hier handelt es sich um deren kleinstes Modell, das aber eine Besonderheit derart aufweist, als dass es nicht klassenüblich mit einem Riemenantrieb, sondern mit einem Direktantrieb ausgestattet ist. Der FLSV in Bamberg bietet das Modell Nephrite aber nicht (nur) unbestückt an, weil man ja nicht davon ausgehen kann, dass bei Interesse an einem solchen Plattenspieler ein entsprechend hochwertiger Tonabnehmer bereits vorhanden ist. Also statten wir den Tien Nephrite gleich mit dem Ortofon MC Cadenza Red, einem bekanntermaßen sehr preiswerten High End-MC, zu einem SuperPack mit entsprechendem Paketpreisvorteil aus. Und weil der Nephrite außerdem die Option bietet, auch noch einen zweiten und sogar einen dritten Tonarm zu montieren, bietet sich dieses Modell geradezu für diesen Systemvergleich #2 zwischen zwei nahezu preislich identischen, aber konzeptionell unterschiedlichen Tonabnehmern an. Der Kombattant stammt aus demselben Haus und nennt sich Ortofon 2M Black LvB 250 und wurde in hier bereits schon mal vorgestellt. Und damit der Systemvergleich #2 auch fair gestaltet wird, was den jeweils verwendeten Tonarm betrifft, hat MM für das Spitzen-MM des Hauses FLSV den Zavfino Aeshna Carbon ausgewählt. Dass das Aufeinandertreffen an einem entsprechend hochwertigen, aber preislich nicht abgehobenen Phono-Vorverstärker mit zwei Eingängen jeweils für Moving Magnet- und für Moving Coil-Tonabnehmer durchgeführt werden wird, ist doch eigentlich selbstverständlich, oder? Das kann hier „nur“ die auch noch nicht so alte Pro-Ject Phono Box RS2 sein. So kann sich der interessierte Mensch (w/m/d) endlich ein Bild machen kann, ob das stimmt, dass das eine Wandlerprinzip wirklich so deutlich hochwertiger als das andere ist oder ob sich je nach Wahl eher Geschmäcker entfalten können.
  • Systemvergleich auf hohem Niveau #3: Es gibt ja 3.1415926535, also Pi mal Daumen drei Theorien, wie man eine Stereo-Anlage zusammenstellt, von denen zwei diametral entfernt von einander liegen.***** Nämlich die Schottische, bei der ein möglichst großer Anteil des zur Verfügung stehenden Budgets in die Quelle und entsprechend weniger in die nachfolgenden Komponenten und in die Lautsprecher fließen soll. Und die andere, die eher überregionale Sichtweise, bei der die Lautsprecher im Raum den größten Einfluss aufs Klangergebnis ausüben und somit möglichst viel Geld anteilig zugeteilt bekommen sollten. Beide Ansätze haben ihre zumindest teilweise argumentative Berechtigung und auch ihren Reiz, dem wir nachspüren wollen, in dem wir zwei Anlagen-Konstellationen aufbauen werden, die in etwa gleich teuer sein und in etwa im Kostenverhältnis 1 zu 10 beziehungsweise 10 zu 1 stehen werden. Welche Komponenten, also Plattenspieler plus Phono-Vorverstärker plus Verstärker plus Lautsprecher, wir aber in welcher Anlage verwenden, steht bisher nur im Groben fest.

Liebe und kompetente Fachberater (und das auch noch in Personalunion) werden auch heuer wieder Rad- und Tatschlag geben. Neben der bereits genannten Daniela Manger wird Lauschgoldengel Mathias Thurau kommen und seine Dienstleistungen rund um ältere, aber zwingend erhaltungswürdige Plattenspieler anzudienen.

Außerdem kommt Frank Schick vom High Fidelity-Studio, dem deutschen Vertrieb von DS Audio und Hana und AMG. Diesmal darf er Lichtgestalt im Großen Vorführ-Studio sein und muss nicht im eher heimeligen High End-Heimkino seine Kompetenz ausstrahlen.

Alexandra Krug und Ralf Wölfel von Ars Machinae werden nicht nur Ihre bereits positionierten Pretiosen erklären, sondern auch ihre High End-Plattenklemme****** zu einem Sonderpreis anbieten.

Fast schon in Mannschaftsstärke werden die drei Mannen GA, NL und der neue OU von ATR Audio Trade anrücken, um im Kleinen Vorführ-Studio als auch im High End-Heimkino ihre analogen Pretiosen dem interessierten Publikum, also Ihnen, fachkundlich als auch emotional an Herz und Ohr zu legen.

Außerdem wird es wie jedes Mal einen großen Schallplatten-Sonderverkauf geben. Was diesmal besonders sein wird, ist die riesige Auswahl an Singles. Ja, die kleinen schwarzen Dinger mit 7″ Durchmesser, die früher einmal das auflagenstärkste Medium schlechthin waren, bevor das 12″-Album ihm zumindest Konkurrenz gemacht hat. Eine kleine, aber knuffige Anlage um den Pro-Ject Debut The Beatles Singles Turntable wird ebenfalls spielbereit sein, um in die Singles auch mal hinein hören zu können.

Jetzt drücken wir uns einfach mal die Daumen******* und hoffen, dass alles doch genauso durchzuführen sein wird.

Denn und aber soll es ja auch spannend bleiben, zumindest beim FLSV in Bamberg.

* Groß zumindest für den Ein-Männeken-Betrieb, der sich an anderer Stelle gerne und vornehm Inhaber-geführtes Fachgeschäft nennt.

** Stand Ende August 2021

*** Aber besser 3G als G5 oder gar als G8!

**** Wer sich als Gast zu dieser Veranstaltung einladen lassen möchte, dessen Mailadresse ich noch aber nicht habe, möge mir hierzu eine Mail an munk@flsv.de senden.

***** P.S.: Wir favorisieren übrigens keine der beiden, sondern den goldenen Mittelweg, bei dem das elektronische Front End etwa die eine Hälfte vereinnahmt und die Lautsprecher die andere Hälfte des Budgets verschlingen. Anders kann argumentiert werden, wenn nicht eine ganze Hifi- oder eine High End-Anlage neu aufgebaut, sondern nur eine einzelne Komponente ausgetauscht werden soll.

****** Über dieses außergewöhnliche Zubehör be(r)ichtet der FLSV demnächst an dieser Stelle.

******* Jeder seine Eigenen! Denn sonst wir die eine der AHA-Regeln nicht umzusetzen sein!

Eine dieser endgültigen Komponenten: Supra Cables Sword Excalibur

Wenn ein so renommierter No-Nonsense-Kabelhersteller wie Supra Cables, der in Deutschland von GEKO Hifi in Person von Herrn Gerd Kopistecki vertrieben wird, ein neues Spitzenmodell auf den Markt bringt, dann sollte man die Ohren spitzen. Immerhin werden hier für das Supra Cables Sword Excalibur 1600.- € für ein Stereo-Paar in 2x 3 Meter Länge verlangt! Auch wenn dieses Kabel wie sein Vorgänger, das Supra Cables Sword, mit pappener Umverpackung und dann in einer noblen Holzkiste plus Samtsack dargereicht wird, ist es doch ganz eindeutig das Kabel, das den Preis ausmacht.

Auch wenn das hier keines dieser unsäglichen Unboxing-Anleitungen wird, auspacken sollte man das Kabel schon!

Und trotz des doch gehobenen Preises* verwendet Supra Cables keine Wunderleiter und erst recht keine Supra-Leiter, sondern „nur“ hochreines Kupfer in sogenannter 5N-Qualität, also 99,999-prozentig reinem Kupfer. Es werden hier vier Stränge bifilar**, also zweimal zweifädig, zu Litzen gewickelt und somit miteinander verdrillt. Zusätzlich sind sie nicht nur gegeneinander, sondern auch nach außen hin abgeschirmt, wie man hier an der silbrig schimmernden Folie gut erkennen kann. Was man nicht von außen erkennen kann sind die feinen Stützleiter aus Polyethylen, die die vier Litzen mechanisch in ihrer Lage zueinander fixieren und stützen.

Wie auch schon bei den preiswerteren Produktreihen dieses schwedischen Herstellers werden die ComiCon genannten Stecker nicht verlötet, sondern – viel besser, weil reiner – kalt verschweißt. Mit einer hydraulischen Crimp-Zange werden die Litzen des Kabels mit dem Stecker so innig miteinander verquetscht, sodass man, würde man diese Verbindung aufsägen, keinen Übergang zwischen dem Kabel und dem Stecker erkennen können!

Diese CombiCon-Stecker werden dann mit Hohlbananas oder mit Spades genannten Gabelschuhen verschraubt. Letztere Variante bietet sich vornehmlich für Masochisten und/oder Bodybuilder jeglichen Geschlechts an, denn das Sword Excalibur ist wegen seines mechanisch richtig stabilen Aufbaus nicht gerade als flexibel zu bezeichnen. Ich jedenfalls werde nur die nicht im Bild zu sehenden Hohlbananas verwenden!

Manche Verstärker lassen keine Hohlstecker zu, dann verwendet man halt die ebenfalls beiliegenden Spades

Eine weitere Besonderheit bietet das Sword Excalibur mit der einseitig aufgelegten Ableitung der Schirmung, die man an die Ground-Klemme oder an einen nicht belegten Minus-Lautsprecher-Ausgang des Verstärkers verbindet. Ob das was klanglich ausmacht, wage ich nicht nur nicht zu bezweifeln, sondern sogar nicht mal hypothetisch in Frage zu stellen. So oder so ähnlich und frei nach dem Motto: Versuch macht kluch!

Dass alle Komponenten aus dem Hifi-Bereich wie auch alle Kabel erst eine Weile benötigen, um ihr volles klangliches Potenzial zu zeigen, ist ja bekannt. Was aber in der Regel den Prozess des Einspielens aller Kabel beschleunigt, ist das Einspielen. Wir nutzen seit Jahrzehnten den Turbo in dieser Beziehung. Ein breitbandiges Rauschsignal wird mit hoher Leistung durch das Kabel samt der Anschlüsse gejagt und entspannt so das Material und besonders alle Übergänge.

Wenn Sie erst einen Test oder gar zwei Tests des Supra Cables Sword Excalibur lesen wollen, bevor Sie es beim FLSV in Bamberg testen, dann empfehle ich Ihnen die aktuelle STEREO 08.2021 oder diesen Online-Test der Kollegen von fairaudio.

Es bleibt spannend, zumindest beim FLSV in Bamberg! Aber dank des Schwertes von König Artus wahrscheinlich nicht mehr so arg in der Lautsprecherkabel-Frage am obersten Ende der berühmten Hühnerleiter oder gar der Fahnenstange!

*Gehobener Preis ist wie immer und alles relativ. Schauen Sie sich doch mal bei unseren amerikanischen Freunden um, was deren Spitzenkabel kosten! Und ob die wirklich bessere Ergebnisse bringen, das steht doch auf einem ganz anderen Blatt. Aber auf einmal wirkt das Supra Cables Sword Excalibur nun wie ein veritables Sonderangebot!

**Wie erklärt man den Begriff bifilar am besten? Ganz einfach: Strecken sie die Zeige- und Mittelfinger beider Hände parallel zueinander aus. Dann stecken Sie die vier Finger bündig und immer noch parallel ineinander und verdrehen dann die Hände gegeneinander. Bifilar ist doch ganz einfach, oder?

Rapport der GenussHören-Veranstaltung vom 16.03.2019

Was macht MM, also der MM ohne Shop, wenn er sich nicht zwischen dem Konzert der Abonnentenreihe A der Bamberger Symphoniker und einem im Bamberger Jazz Club entscheiden kann? Er organisiert mit Gleichgesinnten wieder mal eine Zusammenkunft, um einer interessierten Halböffentlichkeit unter dem Gütesiegel GenussHören einen besonderen Abend, mit einem technischen Thema als Vehikel, darzubieten und um mit diesen Gästen gut, besser und am besten Musik zu hören. Und als Dank dafür gab es ein volles Haus. Und voll gutes Bier aus Schederndorf und gleich zwei Sorten aus Mönchsambach. Denn wie im Märchen sind aller guten Dinge drei.


Gute Musik, gutes Bier: Männer sind so leicht zufrieden zu stellen!

So wurde der Abend folgerichtig in drei Abschnitte geteilt, von denen die ersten beiden sich um das große Thema Zubehör drehten. Aber anders als bei ähnlich gearteten Voodoo-Zeremonien ging es hier nur um die essentiellen Dinge des Lebens, zumindest die im Leben eines Hifi-Jüngers. Als da wären: Lautsprecherkabel, Cinchkabel, Spannungsversorgung und Unterstellbasen. Irgendwelche nur für höhere Bewusstseinsformen erfassbare Klangschalen, informierte Chips und Steine, die MP3-Files verbessern sollen, bleiben demnach außen vor.*

Gute Komponenten, aber fehlende Feinabstimmung

Das war unsere Stereo-Anlage für diesen Abend. Sie bestand aus den inzwischen gut bekannten Geräten 3010 S2 CD und 3010 S2D Integrated vom nicht mehr ganz so ewigen britischen Geheimtipp Exposure. Aber auch die Lautsprecher sind noch ein wenig geheim, handelt es sich doch um einen prominenten Neuzugang im Portfolio des FLSV, nämlich um die gehobene Mittelklasse-Baureihe Evoke vom dänischen Spezialisten Dynaudio, konkret um deren Spitzenmodell Evoke 50.

Schon beim ersten Hördurchgang, bei dem ausschließlich Musikstücke von mitgebrachten CDs unserer Gäste gespielt wurden, konnte man sehr wohl nachvollziehen, warum eine klassische, aber dennoch gute Zweikanal-Anlage mit CD-Spieler, Vollverstärker und großen Lautsprechern Spaß machen kann. Wenn man es nicht besser wüsste…

Denn nach einer größeren Umbaupause wurden dann die wesentlichen Schwachstellen beseitigt. Im oberen Bild sind für das geübte Auge viele der Sünden sofort erkennbar, die leider in vielen, auch in so genannten High End-Anlagen, immer wieder nicht unrealisiert werden. Ich führe an dieser Stelle ganz bewusst nicht im Einzelnen auf, welche Kabel wir an welcher Stelle verwendet haben, außer dass es allesamt bezahlbare Strippen von No Nonsense-Herstellern wie Supra und Goldkabel waren. Bei der Spannungsversorgung haben wir unser ebenfalls bezahlbares Konzept ganz bewusst eingesetzt.

Da es eine subjektiv erfahrene, aber immer wieder auch von anderen bestätigte Tatsache ist, dass Fortschritte in der klanglichen Weiterentwicklung der Hifi-Kette sehr wohl wahrgenommen, aber oft nicht euphorisch bewertet werden, haben wir die Wirksamkeit der umgesetzten Maßnahmen in einem Schnelldurchgang zum Abschluss des zweiten Drittels als Augen- und Ohrenöffner angefügt, indem wir alle Kabel und auch die Spannungsversorgung wieder in den „Werkszustand“ gebracht haben. Auf einmal war der Glanz weg! Und es klang flach! Alles war in der räumlichen Abbildung auf eine kleinere Dimension geschrumpft! Das ging schnell und war schon nach zwei Titeln mehr als eindeutig.

So wurde wieder umgebaut, wobei die Elektronik stehen bleiben durfte und wieder wie zuvor verkabelt wurde, so dass der Vergleich zu den bis jetzt aufgebauten Lautsprechern sehr wohl statthaft war. Gab es also neue Lautsprecher? Denn schließlich wurde in der Einladung zu dieser Veranstaltung eine besondere Überraschung angedroht, die tatsächlich bis zu dieser dritten Umbaupause geheim blieb und dennoch das bisher Gehörte deutlich toppen sollte.

Tatsächlich waren die Blicke auf die irgendwie noch kompakt zu nennenden Lautsprecher auf den Nobel-Stands erst einmal recht skeptisch. Aber das legte sich möglicherweise nach den einleitenden Worten durch den Conférencier des Abends, nachdem Begriffe wie „ganz anderes Konzept“, „45 Jahre Entwicklung“, „fränkisch, wenn auch unterfränkisch“ und dergleichen gefallen sind. Aber spätestens nach den ersten Takten Musik hat keiner der Anwesenden auch nur den Hauch einer Kritik verlautbaren lassen, schließlich gab es ja auch keine! Um die Zeitrichtigkeit der Treiber der in der wunderschönen Rhön, einem der zweitschönsten Mittelgebirge überhaupt, beheimateten Manufaktur Manger Audio noch besser, also richtig beurteilen zu können, gab es nun mehrere Musikstücke in gehobener Lautstärke.  Klavier solo, Blues-Rock vom Allerfeinsten, dann ein Duo mit gedämpfter Trompete mit Bass-Begleitung und anschließend eine wunderbare Singstimme in einer kreolischen Messe, da konnte mann** wirklich alle feinen Nuancen der Ansätze einer Instrumentierung, filigranste Dynamiksprünge und dennoch opulente Klangfarben nachverfolgen. Ein paar echte Highlights in dieser kleinen, aber feinen Runde.

Gebannt und gespannt: unsere GenussHörer

Das Einzige, was aber dann doch niemanden gestört hat, war die Tatsache, dass wir manche Musikstücke immerhin insgesamt viermal gehört haben. Außerdem: Wir haben das kleinste Modell des Herstellers aus Melllrichstadt gehört. Es hört auf den wenig prosaisch klingenden Namen z1.

So war dieser Abend für mich ein zwar sehr aufwändig zu organisierendes Ereignis, das sich aber in jeder Hinsicht gelohnt hat.

Ich danke an dieser Stelle wieder mal und sehr gerne Rudolf Riese nicht nur für die Bereitstellung der Räumlichkeiten. Auch wenn diese sicher akustisch alles andere als ideal sind, hat es sicher nicht nur mir viel Freude bereitet. Und auch den anderen Mitorganisatoren für die bekleidenden Maßnahmen, zum Beispiel für die Montage einer akustisch wirksamen Traverse mit entsprechendem Stoff (RK) oder durch die im besten Sinne Handlangerarbeiten beim fliegenden Wechsel während der Umbaupausen (HGS).

In den immerhin drei Umbaupausen habe ich leider nicht allzu viel von Horst Wolfs Erläuterungen seiner Analysen infolge von multiplen Störungen ins Stromnetz mitbekommen, für die er sein aufwändiges Mess-Equipment aufbaut und dessen Ergebnisse er anschaulich dargestellt hat. Danke auch für die Ablenkung vom eigenen Tun in dieser hektischen Phase.

Mein und unser Dank gilt aber auch unseren zahlreichen Gästen, die hoffentlich den einen und den anderen Anreiz, ihrer eigenen Hifi-Anlage ein wenig Tuning angedeihen zu lassen, mit nach Hause nehmen konnten.

So geht auch mein Dank an unseren Gast der ersten Stunde Robert R. für dessen Wertschätzung, in der er sich in einer sehr ausführlichen Mail gleich am heutigen Sonntag für den Einsatz aller Organisatoren des Abends bedankt hat.

Und besonders schade war, dass Stefan Maier, intern verantwortlich für die Kommunikation nach außen, nicht kommen konnte! Viele Grüße von hier.

P.S.: Ich bitte die schlechte Qualität der Fotos zu entschuldigen. Diese sind mit einem Eier-Phone gemacht worden, denn meine eigene Digitalkamera beziehungsweise deren Akku ist just an diesem Abend über die Wupper, die übrigens nicht in Jordanien fließt, gegangen.

*Aber da hätten wir doch ein Thema für einen weiteren GenussHören-Abend, vielleicht unter der Überschrift „Wer’s glaubt, wird selig“, was ja angeblich kein schlechter Zustand sein soll.

**Es war nicht eine einzige Frau anwesend. Nur indirekt in Form der Chefin von Manger Audio. Aber das reicht uns Männern wohl. Manchmal zumindest. Vielen Dank und viele Grüße, Daniela!

Was macht denn MM so am MMMittwoch oder: Warum braucht es den Fachhandel?

Am gestrigen Mittwoch, der wieder einmal weder ein Freitag noch freier Tag war, wurden gleich zwei Außentermine wahrgenommen, wie sie unterschiedlicher nicht sein und auch geografisch nicht weiter auseinander liegen könnten, zumindest nicht für einen regional ausgerichteten Hifi-Fachhändler, wie es nun mal der Fränkische Lautsprecher-Vertrieb seit über 30 Jahren ist und auch weiterhin sein möchte.
Beim ersten Termin im tiefsten und somit schönsten Oberfranken musste ein Problem in einer höchstwertigen Analogkette detektiert und behoben werden. Das war gar nicht so einfach, denn wie sich später herausstellte, wurde das bemängelte Brummproblem gleich von zwei unterschiedlichen Fehlerquellen verursacht. Und da diese Phono-Kette aus vielen einzelnen Komponenten besteht (Plattenspieler mit MC-System, Tonarmkabel mit beim Verfasser dieser Zeilen nicht besonders beliebten bis verhassten High End-Cinchsteckern, der sich dann auch eine der Störquellen herausstellte), MC-Vorvorverstärker, RIAA-Entzerrer-Stufe, Röhrenvollverstärker), musste mit Hilfe des mitgebrachten Zubehörs und Ersatzgeräten sowie durch schiere Logik das Problem eingegrenzt werden. Aber das war eben nicht so einfach, weil eine zweite Ursache, hier eine durch häufigeres Umstecken „wackelige“ Cincheingangsbuchse ebenso zum Brumm beigetragen hat. Aber nun sind das Tonarmkabel und die Cinchbuchsen wieder langzeitstabil nachgelötet und letztere auch mechanisch fixiert worden, womit einem langjährigen Hören mit Genuss nichts mehr im Wege stehen sollte.
Der zweite Vor-Ort-Termin war dann in entgegen gesetzter Richtung in Unterfranken, wenn auch nur knapp. Dennoch musste ich durch Mittelfranken fahren, um dorthin zu gelangen. Aber was macht man nicht für seine lieben Kunden?! Hier war „nur“ eine ausgewachsene, aber mehr als vernünftige Heimkino-Installation zu bewerkstelligen. Hier war lediglich der zeitliche Aufwand immens, ansonsten lief alles wie am Schnürchen.
Nach getaner Arbeit und ohne Pause seit 7.00 Uhr, also am frühen Nachmittag, habe ich mir, wenn ich schon so nahe dran war, noch die Schnittstelle zwischen den heute durchfahrenen Regierungsbezirken, eben den Dreifrankenstein, angeschaut. Denn als Fränkischer Lautsprecher-Vertrieb muss man sich in seinem Drittel von Bayern schon ein wenig auskennen.
Auf der langen Fahrt nach Hause gingen mir folgende Fragen durch den Kopf: Würde das, was ich an diesem Tag abgearbeitet habe, auch ein Versender, ein Online-Händler, ein Kistenschieber auch für seine Kundschaft tun? Wird dieser Service auch in Zukunft, also in Zeiten von Online-Shops, die ja eigentlich nur durch ihre primäre, aber eben nur im ersten Augenblick vermeintliche „Preis-Würdigkeit“ im Fokus stehen können, honoriert werden? Wie kann man sich dagegen positionieren, um als ortsansässiger Fachhändler weiterhin zu bestehen? Wie begegne ich als überzeugter Betreiber eines Hifi- und High End-Fachgeschäfts mit riesigem vorführ- und ausleihbereitem Programm dem grassierenden Beratungsklau? Sollte ich wie jeder Arzt oder Rechtsanwalt auch eine entsprechende Gebühr für eine fundierte Beratung inklusive einer möglichen Teststellung der empfohlenen Gerätschaften verlangen? Wie kann ich weiterhin meine Kunden an mich auch als Person binden?
Viele Fragen, einige Antworten, die aber demnächst mal auf einer dieser Seiten ausführlich erörtert werden.