Noch vor wenigen Jahren habe ich mich geweigert, portable Geräte ins Portfolio aufzunehmen, denn deren Klang war, bis auf wenige Ausnahmen, eher Qual als Qualität. Einzige Ausnahme waren die Geräte von Apple, die aber auf zusätzliche Komponenten zurückgreifen mussten, um ihr wahres Klangpotenzial zeigen zu dürfen. Über diese heute nahezu ausgestorbene Gattung gibt es weiter unten mehr zu lesen.

Nun gibt es aber dank Miniaturisierung (oder muss man hier schon von Mikroturisierung sprechen?) der elektronischen Bauteile und Funktionsgruppen richtig gut bis saugut klingende Taschenspieler. Begonnen hat meine Leidenschaft für diese Pretiosen mit dem Astell & Kern AK100, der anders als die Geräte mit dem angebissenen Apfel auch ohne zusätzliche Hilfsmittel überragend klingt.

Dass diese Gerätekategorie ihren preislichen Einstieg nicht bei 700.- € halten wird, war klar. Und bald kamen mit den Modellen von FiiO und iBasso welche nach, die verblüffend guten Klang auch für kleinere Geldbeutel bereithalten. Vorläufiger Endpunkt in dieser Preisspirale ist derzeit der FiiO X1 für gerademal 120.- €. Somit ist das Programm des Fränkischen Lautsprecher-Vertriebs in dieser Nische wohlsortiert und abgestuft und bietet mit dem AK380, wiederum von Astell & Kern, den wohl momentan besten portablen Player des Marktes für immerhin 4200.- €, an! Und diese Ausgabe relativiert sich insofern, als dass er eine riesige CD- bzw. Musiksammlung verwalten und abspielen, High Definition-Files in allen erdenklichen Auflösungen wiedergeben sowie den Streamer und den Digital-/Analog-Wandler in der heimischen High End-Anlage ersetzen kann.

Bitte fragen Sie mich per Email nach dem aktuellen Angebot. Momentan sind auch hier die Preise wegen der Wechselkursschwankungen eher auf Berg- als auf Talfahrt.

Noch vor wenigen Jahren hatte eine gewisse Firma aus Cupertino eine Quasi-Monopolstellung, was die Anbindung von portablen Speichermedien an die heimische Stereo-Anlage betraf. Nahezu jeder Hersteller hatte eine irgendwie geartete Docking Station für Apples iPod®, iPod touch®, iPhone® oder gar fürs iPad® im Programm. Die Krönung dieser Gattung war und bleibt der Transport 170i bzw. 171i von Wadia, der als erstes Dock die Daten schon auf der digitalen Ebene abrufen durfte und somit alle Vorschriften, die iTunes für die direkte Wiedergabe vorgab, umschiffte. Das Gerät hatte noch nicht einmal einen Digital-/Analog-Wandler eingebaut. Diese Aufgabe wurde delegiert, am besten an den hauseigenen DAC-Amp.

Wadia Traumkombi

Aber was macht neben den eher subjektiven Qualitäten wie Chic und Style, intuitiver Bedienung und einfacher Verwaltung die Qualität eines i-Devices aus? Apples Geräte nutzen inzwischen allesamt Flash-Speicher ohne sich bewegende Teile. Wenn das Musiksignal von der Docking Station schon im digitalen Format abgegriffen wird, dann mutieren die Äpfelchen zum High End-Laufwerk! Von hier aus geht es per digitalem Coax-Kabel in den bestmöglichen Digital-/Analog-Wandler und schon haben selbst die klanglich hochwertigsten CD-Player einen ernst zu nehmenden Mitspieler. Voraussetzung ist hier selbstredend, dass die Musikdateien im Apple Lossless Audio Codec (ALAC) hinterlegt sein müssen und somit nicht datenreduziert wie in AAC, Apples Äquivalent zu MP3, sein dürfen.

Zudem gibt es für diese Geräte quasi von jedem Hardware-Hersteller sogenannte Apps (von: Applikation = Anwendung), die sie zu Universal-Fernbedienungen für viele andere Nutzungen im heimischen Elektronik-Imperium machen.

Nachdem Apple auf den aktuellen Lightning Port umgestellt hat, war es aber aus mit der Herrlichkeit. Die Zubehörindustrie hat diesen wohl kaum abgesprochenen Alleingang insofern abgestraft, als dass es eigentlich kaum mehr eine Docking Station mit diesem Anschluss gibt. Theoretisch könnte man zwar mit einem relativ teuren Adapter das iPhone 5® und jünger in die alte Docking Station aufstecken, aber das Gespann bildet einen großen Hebel, der früher oder später die Kontakte im Dock zerstören wird. Besser ist hier die Verwendung eines originalen Apple-Adapterkabels. Hier legt man dann das iPhone® neben die Docking Station.

Klanglich noch nicht ganz so gut, aber immer besser werdend und dafür aber universell zu verwenden sind inzwischen die Bluetooth-Adapter, bei dem das Abspielgerät – auch das iPhone® – in der Tasche verbleiben darf. Nach dem so genannten Pairing wird von dort die Musik nach dem AD2P-Standard direkt in das Bluetooth-Adapter gestreamt. Achten Sie darauf, dass das Modell Ihrer Wahl eine CSR-Zertifizierung aufweist und zudem AptX unterstützt. Als Beispiel für ein hochwertiges Bluetooth-Adapter mit sogar zwei Digital-Ausgängen sei die Bluetooth Box S von Pro-Ject Box Design genannt.

Pro-Ject Bluetooth Box S

Für diese immer umfassendere Gerätegattung gibt es [hier]* eine ausführlichere Abhandlung. Schließlich unterstellen wir mal an dieser Stelle, dass in Zukunft nahezu alle Musikwiedergabegeräte über eine Bluetooth- beziehungsweise über eine NFC-Anbindung verfügen. NFC steht für Near Field Communication und beschreibt einen Funkverkehr auf kurzen Strecken zum Datenaustausch.

*Verlinkung folgt in Kürze!