Prinzipiell fungiert der Verstärker in einer Audio-Anlage zum einen als Schaltzentrale, denn hier laufen in der Regel alle Drähte zusammen. Und zum anderen erzeugt der Verstärker die Kraft, die benötigt wird, um die Lautsprecher anzutreiben.

Was soll man zu diesem Baustein der Hifi-Anlage noch erzählen? Ist hier nicht schon alles gesagt worden?

Mitnichten! Denn es gibt

  • Transistor-Verstärker, Röhren-Verstärker und Hybrid-Verstärker, bei denen der Vorverstärker mit Röhren bestückt ist, die Endstufe aber mit Transistoren
  • Vollverstärker oder getrennte Vorverstärker und Endverstärker
  • Vorverstärker mit zwei Endstufen bzw. oder Vollverstärker mit einer weiteren Endstufe für Bi-Amping
  • AV-Verstärker, meist AV-Receiver fürs Heimkino
  • ständig Weiterentwicklungen bestehender Konzepte
  • seit kurzer Zeit echte Digitalverstärker, die eigentlich keine sind, die bezahlbar sind und dennoch gut klingen
  • bezahlbare Röhrenverstärker, die zwar nostalgisch wirken, aber die Seele der Musik transportieren
  • es gibt dank immer höher werdendem Wirkungsgrad immer kleinere Verstärker
  • Phono-Vorverstärker, Kopfhörerverstärker etc., die an anderer Stelle beschrieben werden
  • es gibt Kombinationen mit anderen Funktionen, die früher jeweils eine eigene Einheit darstellten, es gibt …

Beim FLSV werden Verstärker von folgenden Marken angeboten:

Yamaha, NAD, Vincent, Audiolab, Exposure, NuForce, Pro-Ject Box Design, Lua, Cayin, Lyric und anderen. Dass alle diese Hersteller auch andere Geräte als Ergänzung ihrer Verstärker anbieten, sei hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

Nachfolgend werden die oben genannten Konzepte nicht ausführlich abgehandelt, sondern nur ein paar Besonderheiten aus meinem Programm dargestellt.

Klassische Verstärker bieten unter anderem Yamaha und NAD an. Paradebeispiel für ein echtes Schwergewicht ist der Yamaha A-S 1000, der derzeit das beste Preis-/Gewichtsverhältnis aufweist. Die Design-Handschrift kennt man seit den späten 1970er Jahren ebenso wie die ultrasolide Verarbeitungsqualität und die damit einhergehende schiere Unverwüstlichkeit.

Eine ganz andere Nummer ist einer meiner Top-Favoriten überhaupt, der NAD C316 BEE. Dieser kleine Vollverstärker ist der legitime Nachfolger des meistverkauften Hifi-Verstärkers überhaupt und war auch viele Male zu Recht bei den Händler-Anlagen bis 1000.- € die Schaltzentrale.

Ebenfalls klassische Transistor-Verstärker bietet Exposure an. Hier bekommt man bereits High End für relativ kleines Geld, wenn man bereit ist, auf Ausstattung zu verzichten. Der große S3010 S2 hat erst vor Kurzem alle 5 möglichen Sterne bei einem Test in der STEREO erhalten.

Dass Verstärker heute nicht mehr groß sein müssen, um klanglich Großes zu leisten, hat sich inzwischen herumgesprochen. Dass es allerdings noch eine ganze Ecke kleiner geht zeigen die Böxchen und Boxen von Pro-Ject. In drei Serien wird vom kleinen Vollverstärker Stereo Box S bis zur „ausgewachsenen“, sprich jeweils doppelt so hohen und doppelt so breiten und dennoch vollsymmetrisch aufgebauten Vor-/End-Kombi, alles präsentiert, was das Ohr begehrt. Letztere besteht aus der Pre Box RS mit Röhrenausgangsstufe und der Amp Box RS, ebenfalls bestückt mit Röhren, hier in der Eingangsstufe, für immerhin knapp 1800.- €. Dass diese Kistchen nicht sooo klein klingen wie sie aussehen, bestätigen die zwei Anlagen, die meine beiden Arbeitstische zieren und an denen ich mit großer Freude Musik höre!

Einen Gegenpol zu den Transistor-Verstärkern bilden die Röhren-Verstärker. Auch wenn sich die grundlegenden Konzepte und Schaltungen in den letzten Jahrzehnten nicht so sehr geändert haben mögen, auch in diesem Segment kann man von Fortschritten reden. Leider sind sie durch die Notwendigkeit der Verwendung von Übertragern nicht so günstig in der Herstellung wie ihre Silizium-Verwandten. Auch die Leistung auf dem Papier fällt deutlich geringer aus. Aber wer einen gut gemachten Röhren-Amp mal gehört hat weiß um deren Klangqualität. Mein Einsteigergerät heißt Cayin MT-12N für gerademal 650.- €!

Einer meiner All-Time-Favourites unabhängig von der Preisklasse heißt aber Lua 4545 GS. Hier vereinen sich Klassik und High Tech-Moderne. Als Stichworte seien hier neben der höchstwertigen Röhren- und Platinenbestückung mit streng selektierten Bauteilen die Auto Bias-Schaltung, die Phasen-Kontrollanzeige sowie die vergoldeten Platinen genannt.

Eine Kreuzung beider Konzepte stellen die sogenannten Hybrid-Verstärker dar. Hier werden in der Regel eine Röhren-bestückte Vorstufe mit einer MOS-FET-Endstufe in einem Gehäuse zusammengeführt. Das soll die klanglichen Meriten der Röhre mit der Kraft des Transistors vereinen. Paradebeispiel ist der Vincent SV-237, der den seit Jahren erfolgreichen SV-236 beerbt hat.

Kommen wir noch einmal zurück zu NAD. Diese Firma hat auch mit dem C 390DD einen der allerersten Verstärker auf den Markt gebracht, der ausschließlich für digitale Quellen konzipiert wurde, weil sein Schaltungskonzept eine Wandlung von Digital zu Analog erst kurz vor den Lautsprecherklemmen vorsieht. Allerdings lassen sich durch Verwendung verschiedener Module nicht nur analoge Quellen anschließen, sondern auch HDMI-Signale durchschleifen. Außerdem bietet das Gerät auch die Möglichkeit, über eingebaute Digitale Sound Prozessoren verschiedene Raumkorrekturen zu nutzen.

Eine Nummer kleiner und ohne die vielfältigen Optionen ausgestattet ist ein weiteres meiner derzeitigen Lieblingsgeräte. Es ist auch ein sogenannter Digitalverstärker, diesmal der DDA-100 von NuForce. Wenn man sich auf digitale Quellen (2x optisch, je 1x coaxial und USB) beschränkt erhält man einen Klasse-Verstärker im Format einer Zigarrenschachtel mit immerhin 2x 75 Watt an 4 Ohm.

Als ein Beispiel für die moderne Integration mehrerer Funktionen in einem Gerät sei der Vorverstärker Audiolab 8200 DQ genannt. Auf der einen Seite fungiert er als klassischer analoger Vorverstärker, hat aber auf der anderen Seite einen hochwertigen Digital-/Analog-Wandler verbaut, sodass hier alle digitalen Quellen inklusive Computer ohne Verluste durch schlechte Wandlung und/oder der Kabelverbindung andocken können.

Aber man benötigt noch den Verstärker, der die Lautsprecher antreibt. Ganz klare Empfehlung sind hier die dazu passenden Monoböcke Audiolab 8200 MB, die man dafür sehr nahe zu den Lautsprecherboxen stellen kann. Durch die symmetrische Verbindung zwischen Vorverstärker und Endstufen sind selbst längere Strecken kein Problem. Dafür kann man das Lautsprecherkabel mit seinen Verlusten entsprechend kurz halten.

Wenn Sie diese Ausführungen mit Fotos der Probanden lesen möchten, dann schauen Sie doch einfach mal [hier].